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"Anonymous" ohne Maske

 

Im Mai 2008 attackierte die selbst ernannte „Internet Hate Machine" Anonymous eine Website, die zur Hip-Hop-Szene gehört und jeden Monat über 1,5 Millionen Besucher verzeichnet. Die Website www.sohh.com war mit Nazi-Symbolen und anderen rassistischen Bildern verunstaltet worden, die sich vornehmlich gegen Afroamerikaner und damit gegen das hauptsächliche Zielpublikum des Betreibers richteten.

 

Anonymous: „Wir sind das Angesicht des Chaos und die Vorboten des jüngsten Gerichts. Wir lachen im Angesicht der Tragödie. Wir spotten über jene in Schmerz. Wir zerstören die Leben anderer, einfach weil wir es können. Ein Mann lebt seine Aggressionen an einer Katze aus. Wir lachen. Hunderte sterben bei einem Flugzeugabsturz. Wir lachen. Die Nationen trauern über Schießereien in Schulen. Wir lachen. Wir sind  die Verkörperung einer Menschheit ohne Reue, ohne Mitgefühl, ohne Liebe und ohne einen Sinn für Moral."

Nach der Internet-Attacke veröffentlichte der Leiter von sohh.com folgende Erklärung: „Scheinbar haben es Hacker speziell auf schwarze, asiatische, jüdische und Latino-Jugendliche abgesehen, die sich zur Hip-Hop-Szene zählen … Auch andere Websites, wie die Foren AllHipHop und DatPiff, wurden diese Woche beschädigt oder bedroht.… Da dies auch eine Angelegenheit von internationalem Ausmaß ist, beschäftigt sich sowohl das FBI damit als auch die Strategic Alliance Cyber-Crime Working Group."

„Anonymous" machte erstmals im Jahre 2004 auf sich aufmerksam, als ein paar junge Computerspieler und Hacker damit anfingen, andere Internetnutzer mit boshaften Streichen zu drangsalieren. Die Gruppe wuchs und begann mit größeren Attacken auf Firmen, Fernsehanstalten sowie auf Bildungseinrichtungen und religiöse Institutionen. Warum? Die oft wiederholte Antwort im Netz ist einfach: Weil es Spaß macht!

 

Auch wenn die Aktivitäten von „Anonymous" manchmal als harmlose Streiche abgetan werden, sieht die Realität für die Betroffenen ganz anders aus.

 

Im Juli 2007 sendete der US-Fernsehsender Fox News einen Bericht, in dem die Aktivitäten von „Anonymous" als Internet-Terrorismus klassifiziert wurden. Als Antwort darauf wurden die Computer von Fox News mit einer „Denial of Service"-Attacke angegriffen. „Anonymous" veröffentlichte zudem eine Erklärung über ihre Ziele, die noch dreister formuliert war als alles zuvor: Einige Mitglieder haben in der Vergangenheit versucht, sich von den offensichtlich extremistischen Ausdrucksformen von „Anonymous" zu distanzieren. Dennoch bleibt die Frage: Warum operieren sie weiterhin unter dem Banner einer Gruppe, deren Kern - die Hauptakteure - aktiv Hass und Gewalt schüren, zu Übergriffen gegen Minderheiten aufrufen und rassistische Attacken provozieren?

 

Einer der „Anonymous"-Rädelsführer in Deutschland ist Thilo Schulz, der - wie er selbst verlauten ließ - eng mit Ursula Caberta zusammenarbeitet. Er will für sie kontrollieren, welche „Anonymous"- Mitglieder an der bevorstehenden Veranstaltung der Hamburger Innenbehörde teilnehmen (siehe „Neuer Skandal in der Innenbehörde"). Thilo Schulz publiziert in der „Anonymous"-Szene unter dem Decknamen „Ackerland" und ist Informatik- Student an der Universität in Stuttgart.

 

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